
Als Eramus-Student ist ja man oft dem Vorurteil ausgesetzt, man würde nicht richtig studieren, sondern nur feiern und reisen. Naja. Manche Vorurteile haben seine Berechtigung. Zumindest was das Reisen betrifft. Die letzten zehn Tage verbrachte ich mit Bernd erst auf Gotland (Insel zwischen Schweden und dem Baltikum) und anschließend in Tallinn und Vilnius - größer hätte der Kontrast kaum sein können. Gotland ist wunderschön: ruhig, einsam, viel
Natur,
Meer,
wundersame Felsen, viel
Sonne und nur eine etwas größ

ere Stadt -
Visby mit offensichtlich sehr kleinen
Einwohnern. Ansonsten endlose Weiten. Die nutzten wir für lange Fahrradtouren und zum "
angrillen" am ganz nördlichsten Zipfel der Insel. Richtiges Thüringer Flair entstand bei Einweggrill und gefühlten -2°C zwar nicht, lecker war es trotzdem.
Nach vier Tagen ging es dann auf der Fähre weiter gen Osten.
Tallinn stand zu erst auf dem Plan. Dem dortigen Schneesturm trotzten wir mit einer ausgedehnten Sauna-Tour. Die anschließenden Sonnenstunden ließen wir uns aber nicht entgehen und nahmen

alle
Sehenswürdigkeiten mit, die die Stadt zu bieten hat.
Viel beeindruckender fand ich aber Vilnius. Während Tallinns Altstadt auf einem Hügel recht abgekapselt liegt, ist der Vilniuser
Stadtkern absolut bevölkert (das hier verlinkte Foto enstand Sonntag früh, da war noch keine Bevölkerung). Die
Uni liegt mitten im Zentrum, was sehr studentisches Flair in die Stadt bringt. Das spürt man vor allem in dem Stadtteil
Uzupis, der sich selbst vor zwölf Jahren zur (Spaß)Republik erklärt hat: mit eigenem Präsidenten (demokratisch gewählt), eigener
Verfassung ("jeder hat das Recht einen Hund zu halten") und vor allem vielen
jungen Leuten, Studenten und Künstlern. 
Den Titel "Kulturhauptstadt Europas" hat sich Vilnius in diesem Jahr absolut verdient. Unbedingt hinfahren!
PS: Passend zum Kulturjahr haben sogar echte
Größen ihre Spuren in Vilnius hinterlassen. Augen aufhalten lohnt sich.