Donnerstag, 30. Oktober 2008

Danke Herr Kachelmann!

Ja, es sind tatsächlich Schneeflocken, die der virtuelle Herr Kachelmann hier für Karlstad ausspuckt und die gestern früh, auf dem Weg zur Klausur, vom Himmel rieselten. Ich weiß ja nicht, was der eben erwähnte Herr für Temperaturrezeptoren unter der Haut hat, meine sind jedenfalls empfindlicher. Denn die Angabe "gefühlt wie -5/-4°C" finde ich leicht untertrieben. Und so hangelt man sich hier vom mittlerweile endlich wohlig warmen Zimmer in die wohlig warme Bibliothek. Den Weg, der dazwischen und somit außerhalb von Gebäuden liegen, bringt man im Eiltempo hinter sich und denkt dabei: "Oh Gott, es ist gerade mal Oktober. Wie wird das denn im Januar?"

Montag, 20. Oktober 2008

Du gamla, du fria

Bisher dachte ich die architektonisch, atmosphärisch, hippe Perfektion in Paris gefunden zu haben, aber da unterlag ich einer großen Täuschung: seit dem Wochenende befinde ich mich im Stockholm-Rausch. "Das Venedig des Nordens" stand im Reiseführer. Das kann ich voll und ganz bestätigen.
Von Donnerstag bis Sonntag traf ich meine Frau Mutter in dieser wunderbaren Stadt zum exlusiven Kurzurlaub. Keine Touri-Attraktion blieb unberücksichtigt: Seightseeing by boat,
Spaziergang durch die Altstadt - Gamla stan, Vasamuseum, Nationalmuseum, das Trendviertel "Södermalm", das Chiqueviertel "Östermalm", Freilichtmuseum und Tierpark Skansen, Shoppingtour in schwedischen Modehäusern und natürlich den obligatorischen Besuch im Alkoholshop. Das Wort "pflastermüde" bekam durch uns eine ganz neue Dimension. Trotzdem: hat sich wirklich gelohnt. Stockholm ist eine tolle Stadt mit viel Charme und Chique. Da war ich bestimmt nicht
zum letzten Mal...

Dienstag, 14. Oktober 2008

Höst i Karlstad

Von wegen kalt und nass und dunkel. Bisher zeigt sich der schwedische Herbst von seiner besten Seite: morgens werde ich von Sonnenstrahlen geweckt, die hier garantiert viel heller scheinen als in Deutschland, die Bäume sind noch voller Farbenpracht und die schwedische Kälte ist zumindest in Karlstad noch nicht angekommen.
Aber viel toller noch, die heutige Nachricht des Tages: " Hi Anne, your prolongation is fixed. Kind regards, Erika Bergare, International Student Coordinator"

Montag, 6. Oktober 2008

Lektion 3: Die Papierfabrik

Hat sich eigentlich schonmal jemand gefragt, wo die bunten Verpackungen von Tiefkühlprodukten, die lichtundurchlässigen Tetrapaks der Milch oder die pyramidenförmigen Zuckertüten im Café herkommen? Ich habs bis ins Detail erfahren.
Es war mal wieder Exkursions-Zeit. Diesmal nicht mit dem Environmental Kurs, sondern mit Schwedisch. Das heißt: auf schwedisch (deswegen: alle folgenden Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit). Auf dem Programm stand Stora Enso, das zweitgrößte Forstunternehmen und eine der modernste Verpackungsfabriken weltweit. Und das befindet sich.... genau richtig: hier in Karlstad (jedenfalls die schwedische Außenstelle). Täglich werden hier allein 100 Millionen 1-Liter Tetrapaks produziert. Und noch vieles, vieles mehr. Papierherstellung ist ganz schön aufwendig und platzraubend. Hier wie immer die drei wichtigsten Erkenntnisse des Tages: 1. zur Papierherstellung braucht man viel Wasser. Täglich dreimal mehr, als die ganze Kommune Karlstad zusammen. 2. Papierherstellung stinkt. 3. Wenn man sich in der Papierhierarchie nach ganz oben in den Kontrollraum gearbeitet hat, darf man in Hausschuhen durch die Fabrik schlürfen.

Wochenende in Göteborg

Göteborg ist eine wirklich schöne Stadt. Ein bisschen wie Hamburg, finde ich. Finden andere Leute nicht. Aber es gibt einen Park mit Elchen. Richtige Elche. Männlein und Weiblein sind getrennt, obwohl doch gerade Paarungszeit ist?! Komisch.
Und Göteborg hat tolle Bewohner. Eigentlich sind die noch toller als die Stadt an sich.

Freitag, 3. Oktober 2008

Bekenntnis einer Suchtkranken

Hinsetzen, festhalten, anschnallen: es gibt hier Zimtknäckebrot. Nochmal langsam: ZIMTKNÄCKEBROT. Wie geil ist das denn. Knäckig, knusprig, leicht süß und vor allem zimtig. Wie Kekse, nur tausendmal besser. Und die geben bestimmt kein Hüftgold. Einmal angefangen, kommt man nicht davon los. Dank meiner Therapeutin Maren habe ich mir jetzt eingestanden, dass es sich bei mir bereits um eine Sucht handelt. Noch bin ich nicht soweit, sie bekämpfen zu wollen. Deswegen hier eine Bitte an alle derzeit in Deutschland befindlichen Menschen: Ab in den Supermarkt und suchen! Wenn vorhanden, dann kaufen und probieren. Wenn nicht leite ich die Exportabsprachen zwischen Deutschland und Schweden ein.