
Volksläufe in Deutschland laufen in etwa so ab: es treten etliche Hundert/Tausend Läufer an, von "kurz vor dem Niedergang" bis zum Ironman-Gewinner. Die Streckenränder sind gesäumt mit fünf mal so vielen Besuchern wie Läufern. Erstere tragen Fanshirts von Läufern, Jubeln bis zur Heiserkeit, halten lustige Spruchbänder in die Höhe und feuern jeden an, der auch nur auf den Brustwarzen vorbeigekrochen kommt. Das motiviert. Das macht Spaß. Volksläufe in Deutschland sind toll!
In Schweden ist das ein bisschen anders. Letzte Woche gingen wir sechs Mädels aka

"The Globetrotters" beim Vårruset in Karlstad an den Start. Fünf Kilometer standen auf dem Streckenplan - das sollte zu schaffen sein. Schnell mussten wir aber feststellen, dass die Motivation hier nicht wie gewohnt von den Streckenrändern kommt, sondern wenn überhaupt, dann aus dem Inneren eines Läufers. Denn in Karlstad gingen etwa 8000 Läuferinnen an den Start, maximal ein Viertel dieser Zahl stand/saß/gähnte am Streckenrand. Nach Applaus, Jubel oder sonstige motivierende Aktivitäten suchten wir vergebens. In Schweden steht man am Rand und guckt. Mehr nicht. Wie als säße man vorm Fernseher. Zwar gab es auf der ganzen Strecke

etwa 2-3 motivierend gemeinte Schilder zu sehen, allerdings sollten die wohl eher selbsterklärend sein. Deren Besitzer stellten sie einfach lautlos auf den Boden - schließlich kann ja jeder lesen.
Nun ja, ins Ziel kamen wir trotzdem und am Ende winkte sogar noch ein großzügiges Picknick für die Globetrotters. Wenigstens ein bisschen Motivation am Ende...
PS: Sollte ein gewisser Paul Schmidt auch nur einen winzigen hämischen oder zynischen Kommentar über die Streckenlänge verlieren, bin ich nicht länger mit ihm befreundet!